Berstdruck und Arbeitsdruck

den richtigen Schlauch finden Part 2

Zuletzt aktualisiert am 19.12.2025

Überblick zur Beitragsreihe:

  1. Polyurethan Beständigkeit gegen Umwelteinflüsse
  2. Arbeitsdruck und Berstdruck
  3. Flexibilität – der minimale Biegeradius
  4. Die Preisbildung von Polyurethanschlauch

Los geht’s mit dem zweiten Teil, der wichtige Details zur Druckresistenz von Polyurethanschläuchen zusammenfasst:

Collage zum Thema Berstdruck

Kurzer Überblick – Berstdruck und Arbeitsdruck

Der Arbeitsdruck beschreibt den maximalen Druck, dem ein Schlauch im normalen Betrieb ohne Schäden standhält. Dem gegenüber steht der Berstdruck – der kritische Wert, bei dem der Schlauch versagt und platzt.

In der Regel ist der Berstdruck deutlich höher als der Arbeitsdruck – häufig um das Drei- bis Vierfache, je nach Anwendungs- und Sicherheitsanforderung. Für spezielle Medien, wie Dampf oder verdampfende Flüssigkeiten, können Sicherheitsfaktoren bis zum Zehnfachen verlangt werden.

Um flexible und langlebige Schlauchlösungen zu schaffen, sind Faktoren wie Wandstärke, Materialhärte sowie Umweltbedingungen (z. B. Temperatur, UV, Chemikalien) entscheidend – sie beeinflussen die Druckresistenz maßgeblich.

Berstdruck und Arbeitsdruck – der Unterschied

Viele Hersteller geben im Vertrieb den maximalen Druck an, dem ein Schlauch standhält. Dieser wird ermittelt, indem der Schlauch unter Druck gesetzt wird, bis er platzt. Der evaluierte Wert ist der sogenannte Berstdruck. Die Frage ist jedoch, wie mit dieser Angabe in der Praxis umgegangen wird. Zwar kann der Schlauch einzelne Druckspitzen bis zu seinem Berstdruck aushalten, jedoch keinesfalls einer dauerhaften Belastung in dieser Höhe standhalten. Der Berstdruck kann zwar auch errechnet werden, jedoch ist die zuvor genannte empirische Methode weitaus zuverlässiger.

Beim Arbeitsdruck hingegen sind bereits Sicherheiten mit einkalkuliert. Hier gibt es jedoch von Hersteller zu Hersteller deutliche Unterschiede. Einige geben den Arbeitsdruck überhaupt nicht an – andere arbeiten mit einer dreifachen Sicherheit. Die Unterschiede zeigen sich in der Praxis oft an der Ausfallhäufigkeit: Wer zu wenig Sicherheit einkalkuliert, kann auf dem Papier zwar höhere Drücke angeben, wird bei den Anwendungen jedoch oft von vielen Ausfällen eingeholt. Generell sollte der Arbeitsdruck jedoch so angegeben werden, dass ihm der Schlauch ohne Probleme in der Dauerbelastung standhält. Ein Schlauch, der speziell auf hohe Belastungen ausgelegt ist, ist der flamex hybrid hd.

Schwarzer Pneumatikschlauch vor Funken im Hintergrund

Einflussfaktoren auf die Druckbeständigkeit von Polyurethanschläuchen

  1. Der Härtegrad des Polyurethans: Allgemein gilt: Je härter das Rohmaterial eines Polyurethanschlauchs gewählt wird, desto höher ist seine Druckbeständigkeit. Natürlich geht die Härte zulasten der Flexibilität. Daher sollte ein Schlauch so hart wie nötig aber so weich wie möglich gewählt werden. Der Härtegrad von Polyurethan wird üblicherweise über die sogenannte Shore-Härte. Hier reicht die Skala von Shore A (weich) bis Shore D (hart).
  1. Die Wandstärke des Schlauchs: Die Wandstärke eines Polyurethanschlauchs hat einen erheblichen Einfluss auf die Höhe seines Berstdrucks. Allgemein gilt: Je dicker die Wand, desto stabiler der Schlauch. Jedoch kommt eine Erhöhung der Wandstärke nur über einen gewissen Preis. Wortwörtlich genommen wird der Schlauch hierdurch tendenziell teurer, da für die Produktion mehr Rohmaterial eingesetzt werden muss. Zudem wirkt sich eine dickere Wand erneut negativ auf die Flexibilität eines Schlauchs aus. Unter dem Strich gilt also auch hier wieder die Devise: So dick wie nötig aber so dünn wie möglich.
  1. Die Anpassung an Umwelteinflüsse: Wie in Part 1 Polyurethan Beständigkeit gegen Umwelteinflüsse erläutert, können sich Faktoren wie Temperatur, Abrieb, UV-Strahlung oder auch Chemikalien negativ auf die Druckbeständigkeit von Schläuchen aus Polyurethan auswirken. Um die maximale Resistenz zu gewährleisten, sollte daher sichergestellt sein, dass der richtige Schlauch am Einsatzort verwendet wird.

Fazit zu Berstdruck und Arbeitsdruck

Kurz gesagt gibt der Arbeitsdruck eines Schlauchs die Belastung an, der er im Dauerbetrieb standhalten kann. Der Berstdruck hingegen ist die Druckbelastung, bei der ein Schlauch platzt. Ein hochwertiger Schlauch hält kurze Druckspitzen nahe seines Berstdrucks stand. Für Dauerbelastungen sollte sich jedoch am Arbeitsdruck orientiert werden. Möchte man einen möglichst druckstabilen Schlauch haben, sollte der Schlauch eher hart und seine Wand möglichst dick sein. Dies ist jedoch nur unter Einbußen anderer Eigenschaften erreichbar. Nicht zuletzt sollte der Schlauch an die Umweltbedingungen in seinem Anwendungsgebiet angepasst sein, damit er das volle Potenzial seiner Druckresistenz ausschöpfen kann. Um die optimale Balannce zwischen maximalem Berstdruck und den übrigen mechanischen Eigenschaften für ihre Anwendung zu finden, nehmen Sie am besten Kontakt zum Hersteller Ihrer Wahl auf!

Manmometer zum Messen des Berstdruck

FAQ zu Berstdruck und Arbeitsdruck

Was ist der Unterschied zwischen Berstdruck und Arbeitsdruck?

Der Berstdruck beschreibt den Druck, dem ein getesteter Gegenstand nicht mehr standhalten kann. Geht z.B. ein Schlauch bei einer Berstdruckprüfung bei 24 bar kaputt, so wird dies als sein Berstdruck festgehalten. Der Arbeitsdruck hingegen wird vom Hersteller als sicherer Druck für die tägliche Anwendung angegeben. Oft wird hier mit einer dreifachen Sicherheit zum Berstdruck gearbeitet. Bei einem Berstdruck von 24 bar wäre der Arbeitsdruck also 8 bar.

Was ist der Unterschied zwischen Arbeitsdruck und Betriebsdruck?

Arbeitsdruck und Betriebsdruck werden in der Praxis oft als Synonym verwendet. Beide beschreiben den Druck, den ein System bei Standardnutzung im Dauerbetrieb standhält.

Wie wird der Berstdruck ermittelt?

Der Berstdruck wird mittels einer Berstdruckprüfung ermittelt. Schläuche werden beispielsweise ganz simpel so lange steigendem Druck ausgesetzt, bis sie platzen. Der Berstdruck kann auch anhand von Materialeigenschaften und Materialstärken berechnet werden, allerdings ist die tatsächliche Prüfung immer der genauere Weg.

Wie wird der Arbeitsdruck ermittelt?

Der Arbeitsdruck wird mit Langzeittests ermittelt. Schläuche werden beispielsweise unter Dauerbelastung getestet und dann auf Undichtigkeiten, Verformungen oder andere Schwachstellen überprüft. Im Gegensatz zum Berstdruck kann der Arbeitsdruck auch relativ sicher berechnet werden. Dabei wird vom Berstdruck ausgegangen. Oft wird dieser dann durch den Faktor drei geteilt (dreifache Sicherheit), um den Arbeitsdruck zu erhalten.

Was beeinflusst den Berstdruck von Schläuchen?

Der Berstdruck von Schläuchen wird von diversen Faktoren beeinflusst:

  • Verwendetes Material
    • Wie hart ist das Material?
    • Wie flexibel ist das Material?
  • Wandstärke
    • Je dicker die Wand, desto höher der Berstdruck
    • Je dünner die Wand, desto niedriger der Berstdruck
  • Temperatur
    • Bei hohen Temperaturen wird das Material weicher, der Berstdruck sinkt tendenziell
    • Bei niedrigen Temperaturen wird das Material härter, der Berstdruck steigt tendenziell
  • Umwelteinflüsse
    • Ist der Schlauch eventuell vorbelastet?
    • Entstehen durch Umwelteinflüsse eventuell Sollbruchstellen?
Dan Biebl

Dan Biebl

Geschäftsführer

Ich hoffe unser Artikel konnte Ihnen weiterhelfen!

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