Iran-Konflikt: Update zur Marktsituation von Polyurethan (PUR)

26. Mai 2026

Seit nun rund drei Monaten entfaltet der Iran-Konflikt neben den verheerenden Folgen für die unmittelbar betroffenen Menschen einen enormen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage weltweit. Bereits im März haben wir daher in einem Beitrag zu den Auswirkungen auf die Marktlage von PUR informiert. Kern des damaligen Beitrags war die Rolle von Gas bei der Herstellung von PUR. Die Gaspreise verharren seitdem auf einem sehr hohen Niveau, was an Indizes wie dem ICE Endex Dutch TTF Natural Gas Futures nachvollzogen werden kann. Für die Herstellung von PUR spielen allerdings auch weitere Zwischenprodukte eine erhebliche Rolle.

Die Rolle von MDI Polymer bei der Herstellung von PUR

MDI Polymer (polymeres Isocyanat) ist eine der beiden unverzichtbaren Hauptkomponenten bei der Herstellung von thermoplastischem Polyurethan-Granulat (TPU). Für die spätere Extrusion von Polyurethanschläuchen ist MDI der entscheidende Stabilitätsfaktor. Es sorgt dafür, dass die Kunststoffschmelze im Produktionsprozess formstabil bleibt und gleichmäßig fließt. Im Endprodukt bewirkt die chemische Struktur des MDI eine extreme Reißfestigkeit, Flexibilität und Druckbeständigkeit der Schläuche.

MDI Polymer gilt daher als zentraler Preistreiber und Frühindikator für den gesamten PUR-Markt. Die Preise für dieses Zwischenprodukt steigen seit Beginn des Iran-Konfliktes immer weiter. Das zwingt viele Hersteller von PUR-Granulaten zur Weitergabe der gestiegenen Kosten an Verarbeiter wie PAPUREX.

Grafik zum Preisverlauf von MDI während des Iran-Konfliktes

PAPUREX behält den Kurs bei – keine Preisweitergabe zur Stabilisation der Lieferkette

Diese Kostenweitergabe der Hersteller an die Verarbeiter hat PAPUREX nun bereits zum zweiten Mal getroffen. Nach einer initialen Erhöhung der Preise über das gesamte Produktspektrum haben wir nun eine weitere umfassende Preiserhöhung von unserem Hauptlieferanten erhalten. Bekanntermaßen gibt es in einer solchen Situation zwei Optionen:

  1. Die erhöhten Preise entlang der Lieferkette weitergeben, um die Wirtschaftlichkeit der eigenen Produktion zu schützen
  2. Die Preise nicht weitergeben, um für Stabilisation entlang der Lieferkette zu sorgen

Nach sorgfältigem Abwägen dieser Optionen hat sich PAPUREX dazu entschieden, den bisherigen Kurs beizubehalten und die erhöhten Preise nicht an die Kunden weiterzugeben. Möglich ist dies nur durch straffe interne Prozesse und Verzicht auf eigenen ökonomischen Puffer. Klar ist auch, dass dies bei weiterer Verschlechterung der Preissituation auf Dauer nicht durchzuhalten ist. Dennoch steht PAPUREX für seine Partner für Stabilität und Zuverlässigkeit. Nachfolgend finden Sie einen Download-Link zum offiziellen Statement der Geschäftsführung zu diesem Thema.