Aus Produktionsabfall wird Regranulat
Bei der Extrusion von Polyurethanschläuchen entsteht zwangsläufig Abfall. Die Ursache dafür liegt im Herstellungsprozess selbst. Die Maschinen (Extruder) müssen zu Beginn der Produktion langsam hochgefahren werden. Das Polyurethan, das in dieser Zeit durch den Extruder geleitet wird, kommt noch nicht als fertiger Schlauch aus dem Extruder heraus. Vorher müssen die Produktionstemperaturen und die Maßeigenschaften des Schlauchs abgestimmt werden. In entfernterer Vergangenheit hat PAPUREX dieses Material gesammelt und an einen externen Aufbereiter gegeben, um es zu verwerten. Seit 2021 jedoch wird der Kunststoffabfall, der auf diese Weise entsteht, direkt vor Ort wiederaufbereitet. Das Material, das in diesem Recyclingprozess entsteht, nennt man Regranulat.
Die Bedeutung von Regranulat für die Umwelt
Plastikmüll ist weltweit ein riesiges Problem. Auch wenn konsequente Mülltrennung betrieben wird, wird noch immer ein großer Teil der Kunststoffabfälle in Deutschland nicht recycelt, wie aktuelle Zahlen des Umweltbundesamtes zeigen.
Immer noch werden rund 60 % der Kunststoffabfälle „energetisch verwertet“, sprich verbrannt. Dadurch können zwar Strom und Wärme gewonnen werden, jedoch auf Kosten einer erheblichen Menge an Treibhausgasen, die dabei frei werden. Viel effizienter ist es, die Kunststoffabfälle dafür zu verwenden, wofür sie ursprünglich gedacht waren. Im Falle von PAPUREX sind das die Polyurethanschläuche.
Die Herstellung von Regranulat aus Produktionsabfällen vermeidet jedoch nicht nur die Emission von Treibhausgasen, indem diese nicht als Plastikabfall verbrannt werden müssen. Ein weiterer Vorteil von der Nutzung des Regranulats für das eigentlich vorgesehene Produkt ist, dass es neues Material ersetzt. Bei der Herstellung von Kunststoffen entsteht nämlich ebenfalls eine große Menge an Treibhausgasen. Bei Polyurethan sind das beispielsweise zwischen 3,5 kg und 5 kg CO₂ für jedes kg an produziertem Material. Wird nun Regranulat für die Herstellung des Endproduktes verwendet, können diese Emissionen vollständig vermieden werden.
Auf diese Weise konnten alleine in der Produktion von PAPUREX innerhalb der letzten vier Jahre rund 350 Tonnen CO₂ vermieden werden. Zur Einordnung: Ein PKW, der auf 100 km 6 Liter Benzin verbraucht, stößt etwa 145 Gramm CO₂ pro gefahrenem Kilometer aus. Mit den vermiedenen Emissionen von 350 Tonnen könnte dieser PKW 2.413.793 km weit fahren. Das entspricht in etwa 60 Weltumrundungen am Äquator.
Regranulat bei PAPUREX – Schritt für Schritt
Seit den ersten Versuchen mit Regranulat hat sich vieles weiterentwickelt. Das war auch notwendig, denn ganz so einfach, wie es klingt, ist die Verarbeitung der wiederaufbereiteten Produktionsabfälle nicht. Dadurch, dass das Polyurethan schon einmal verarbeitet (thermisch aufgeschlossen) wurde, verändern sich auch seine Eigenschaften im Vergleich zu „neuem“ Material. Folglich mussten viele Versuche mit Regranulat gemacht werden, um herauszufinden, wie viel bei welchem Schlauch eingearbeitet werden kann, ohne die Schlüsseleigenschaften zu verschlechtern.
Dementsprechend war es Ende 2025 ein echter Meilenstein, als der erste PAPUREX-Schlauch, der zu 100 % aus wiederaufgearbeiteten Produktionsabfällen besteht, hergestellt wurde. Ein echter Regranulatschlauch also. Diese schrittweisen Entwicklungen haben dazu geführt, dass der Anteil von Regranulat am gesamten verarbeiteten Material in den letzten Jahren stetig gewachsen ist. Von gut 5,6 % 2022 ging es so stückweise aufwärts bis zu 6,36 % im Jahr 2025. Das klingt erst einmal nicht viel – entspricht aber mehreren Tonnen Polyurethan.
In den nächsten Jahren gilt es, diesen Anteil weiter auszubauen. Der Anteil der wiedereingearbeiteten Produktionsabfälle kann allerdings nicht beliebig gesteigert werden. Man braucht hierfür nämlich im ersten Schritt Produktionsabfälle. Noch besser als die Herstellung und Wiederverwendung von Regranulaten ist es, Produktionsabfälle von vornherein zu vermeiden. Und auch hier ist PAPUREX dabei, durch stetige Weiterentwicklung Verbesserungen zu erzielen. Noch mehr Hintergründe zum Thema Umwelt bei PAPUREX gibt es in unserer Umwelterklärung. Die aktuelle Ausgabe kann über den Button unterhalb dieses Berichts heruntergeladen werden.
